Englisch an der VHS und an einer Sprachschule

2. Zwei Versuche – Englisch an der VHS und an einer Sprachschule

Ich suchte mir zunächst einen Englischkurs an unserer örtlichen Volkshochschule (VHS), welcher zweimal pro Woche über 90 Minuten ging und zusammen für die Niveaus B1 und B2 angeboten wurde. Dieser VHS-Sprachkurs Business English bestand aus insgesamt 8 Personen im Alter von 19 bis 45 Jahren und begann bereits um 18.30 Uhr.

Das Kursmaterial war gut, die Motivation und Konzentration bei mir zumindest höher als um 19.30 Uhr im Unternehmen selbst  und der Wechsel des Ortes bewirkte bei mir auch eine intensivere Fokussierung auf den Unterricht als im Unternehmen. Dies waren die Vorteile jedes Kurses. Die Nachteile waren, dass die Gruppe extrem heterogen war vom Alter her. Hierdurch waren auch die Motivation und die Interessen naturgemäß sehr unterschiedlich. Außerdem war unsere Lehrerin zwar sehr gut ausgebildet, aber keine Muttersprachlerin, der Unterricht zudem sehr frontal. Das fand ich sehr schade, denn ich hatte mir auch einige interkulturelle Impulse erhofft und insgesamt einen interaktiveren Ansatz erwartet. Ich beendete den Business English Kurs nach 3 Monaten mit – durchaus auch – positiven Eindrücken, aber mit der Gewissheit, dass diese Form der Unterrichtspräsentation und die heterogene Zusammensetzung der Kursteilnehmer für mich gegen eine Kursfortsetzung sprachen.

Einen 2. Versuch unternahm ich unmittelbar danach als Quereinsteiger bei einer privaten Sprachschule, ebenfalls  in meiner Heimatstadt. Ich meldete mich für das Niveau B1 bis B2 für Business Englisch zu einem Abendkurs zweimal pro Woche an. Hier wurden sehr viele Niveaustufen von Berufstätigen von Stufe A2 bis Niveau B2 mit der Begründung zusammen unterrichtet, man erlerne hier handlungsorientierte Redensarten und „functional English“, ein identisches Niveau sei nicht zwingend, wenn gute Grundkenntnisse vorhanden seien. Der Lehrer war hier ein ausgebildeter Muttersprachler, doch waren mir die Niveaus etwas zu durcheinander gemischt. Dafür war die Gruppe sehr klein mit nur 5 Teilnehmern. Diesen Kurs belegte ich weitere 4 Monate, entschied dann jedoch andere Lernformen auszutesten, da das Lerntempo in der Gruppe nicht meinen Erwartungen entsprach.

Insgesamt kommt es bei VHS Sprachkursen und bei Sprachkursen an privaten Abendschulen  aus meiner Sicht auf die Zusammensetzung der Gruppen an: Heterogenität, Homogenität, Motivation, Interessen und Ziele muss man auf alle Fälle im Auge behalten, auch wie groß das Niveaugefälle ist und wie interaktiv bzw. frontal unterrichtet wird von den Lehrern. Dann ist es noch wichtig ob die Lehrkräfte ausgebildete Muttersprachler und Muttersprachlerinnen  sind oder eben deutsche Lehrkräfte. Letzteres muss kein Nachteil sein, wenn jemand muttersprachliche Kompetenzen ausweist, modernen Unterricht anbietet und auch interkulturelle Aspekte vermitteln kann.

Speaking- Cameron Adams-CC BY 2.0

speaking -Cameron Adams-CC BY 2.0

Letztendlich muss jeder selbst herausfinden, ob der Abendkurs am Ort für ihn die beste Variante ist. In der Gruppe lernen hat insgesamt durch das Erleben und Erfahren von Fortschritten in der Gemeinschaft, auch durch das Lernen aus Fehlern anderer, auf alle Fälle auch sehr viel Positives. Dazu sind die Wege relativ kurz zur Lernstätte.

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